Druckereien brauchen Ziele - SMART

Das Führen eines Unternehmens ist eine besondere Aufgabe, die in der Regel durch einen Geschäftsführer oder, je nach Größe und Komplexität eines Betriebes, unter mehreren Abteilungsleitern aufgeteilt wird – wobei die Fäden auch dann wieder bei der Geschäftsleitung zusammenlaufen.

Unabhängig von der Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einer Firma, sollten sich Führungskräfte so weit wie möglich auf ihre Kernaufgabe konzentrieren können und das Unternehmen “führen” und weniger “managen” – und am allerwenigsten sollten Geschäftsführer im Betrieb Fachaufgaben übernehmen.

Leider müssen Inhaber klassischer Druckbetriebe durch die vorherrschende Aufgabenverteilung und (geringe) Personalstärke allzu oft diese Dreifachbelastung tragen und arbeiten daher viel zu selten “am” und viel zu oft “im” eigenen Unternehmen. Und durch den Arbeitsalltag werden dann meist nur die anfallenden Fach- und Managementaufgaben erledigt. Für Führungsaufgaben, die das Unternehmen als Ganzes betrachten, ihm einen Zweck und dem Team eine Vision geben, bleibt häufig keine Zeit.

Die finanziellen Mittel reichen außerdem in der Regel nicht aus, um einen Geschäftsführer anzustellen – oder eine weitere Fachkraft zu beschäftigen, die dem Chef die Fachaufgaben abnimmt und ihm so die Zeit gibt, sich seinen Führungsaufgaben zu widmen. Was bleibt also noch?

Dem Unternehmen (ein) Ziel(e) geben

Zu den Aufgaben der Geschäftsleitung gehört es, Ziele zu definieren. Warum? Erst, wenn Ziele definiert werden, kann das Unternehmen an den passenden Stellschrauben drehen, um eben diese Ziele zu erreichen. Nur, wenn eine klare und belastbare Vorgabe an die Belegschaft herausgegeben wird, können sämtliche Tätigkeiten auf das Erreichen dieses Ziels hin ausgerichtet werden.

SMT Ziele für die Druckerei

Ziele einer Druckerei festlegen

Ein Beispiel: Wenn die Geschäftsleitung also die Anforderung herausgibt, im kommenden Quartal den Umsatz um 10% zu steigern, dann können sich sämtliche Abteilungen vom Außendienst bis zur Marketing-Abteilung auf genau diese Vorgabe einstellen und alle Arbeiten auf dieses Ziel hin ausrichten. Mehr noch: Sie können vor allen Dingen sämtliche Tätigkeiten weglassen, die das Unternehmen am Erreichen dieser Zielvorgabe hindern.

Ein einfaches Abarbeiten der “halt so anfallenden Aufgaben” gibt es dann nicht mehr. Es entsteht auf einmal eine absolute Klarheit in der Belegschaft. Das Unternehmen bekommt einen Fokus, wie es ihn vielleicht viele Jahre nicht mehr hatte und alle Mitarbeiter können sich abstimmen, damit jede Abteilung ihren Beitrag dazu leisten kann, das Ziel zu erreichen.

Jede Abteilung kann dann für sich Kennzahlen definieren, anhand derer sich überprüfen lässt, ob sich das Unternehmen noch auf dem richtigen Weg befindet oder ob es das Ziel schon wieder aus den Augen verloren hat – und kann auf diese Weise ihre Aufgaben und Tätigkeiten modifizieren.

SMART – die gute alte Ziel-Schule?

Unternehmensberater schwören häufig noch auf die SMART Formel, um ein Ziel für ein Unternehmen zu definieren.

SMART steht für

  • Specific (spezifisch)
  • Measurable (messbar)
  • Achievable (erreichbar)
  • Relevant (relevant)
  • Time bound (terminiert)

Es mag für einen späteren, zweiten Schritt durchaus ein gangbarer Weg sein, alle fünf Punkte in die Unternehmensführung einzubeziehen und sich insgesamt größere und weitreichende Ziele zu geben. Davon ausgehend, dass ein Geschäftsführer in einem Druckbetrieb aktuell wenig Zeit hat, um sich über jeden einzelnen Punkt Gedanken zu machen, kann die Formel etwas gekürzt werden.

SMT: Genau definierte Ziele für Druckbetriebe

Die SMT-Formel kann Inhabern von Druckereien innerhalb kürzester Zeit dabei helfen, ihrem Unternehmen ein klares Ziel zu geben. Eine Abstimmung mit den Mitarbeiter*innen mag dabei nützlich und hilfreich sein – und bleibt jedem Chef selber überlassen.

Ziele können im Team vereinbart werden

Ziele definieren – auch gemeinsam im Team!

Wer sich (auch alleine) für einen Tag oder ein Wochenende in Klausur begibt, um dem Unternehmen einen Fokus zu geben, der sollte sich vor allen Dingen um drei Punkte kümmern:

S – Das Finden eines spezifischen Ziels

Hier ist Klarheit gefragt. Das spezifische Ziel muss ein klar und konkret formuliertes Ziel sein. Es darf nicht im Ungefähren bleiben (“Wir wollen mehr Umsatz machen”), sondern ist idealerweise mit einem konkreten Wert versehen. (“Wir wollen den Umsatz um 10% steigern”).

M – Messpunkte definieren

Kein Ziel ohne messbaren Weg. Welche Kennzahlen können belastbar herangezogen werden, um regelmäßig zu prüfen, ob das anvisierte Ziel noch weiter angesteuert wird? Welche Messpunkte lassen sich einzeichnen, die rechtzeitig warnen, wenn vom Zielfokus abgewichen wird?

T – Termin zur Zielerreichung setzen

Ein Ziel darf kein offenes Ende haben. Ziele haben eine Deadline, wann sie erreicht sein wollen. Das bedeutet für den Unternehmer, dass er sich ein realistisches (!) Datum setzt, an dem das spezifische Ziel erreicht sein soll.

SMT – ein fiktives Beispiel

Welche Ziele sich ein Unternehmen setzt, kann natürlich nicht einfach von Außen festgelegt werden. Deswegen soll das angeführte Beispiel auch fiktiver Natur sein, um das SMT-Prinzip zu verdeutlichen. Das Finden der einzelnen Punkte kann (je nach Unternehmen) eine Stunde, einen Tag oder eine Woche dauern – in jedem Fall darf ein Ziel nicht einfach aus dem Ärmel geschüttelt werden, sondern muss realistisch und erreichbar sein.

Das fiktive praktische Beispiel

Das Unternehmen heisst: Druckerei Meier & Sohn GmbH

  • Spezifisches Ziel: Steigerung der monatlichen Kundenanfragen über das Internet für den Kauf von Fotobüchern um 20%
  • Messpunkte: Aufrufe der Fotobuch-Kategorieseite, monatliche Online-Bestellungen
  • Termin: Das Ziel soll am 31.10. erreicht sein

Somit lässt sich als Ziel festhalten:

Die Druckerei Meier & Sohn GmbH hat sich zum Ziel gesetzt, die Anzahl der monatlichen Fotobuch-Bestellungen via Internet bis zum 31.10. des laufenden Jahres um 20% zu steigern.

Da als Messpunkte sowohl die Aufrufe der Fotobuch-Kategorieseite als auch die monatlichen Online-Bestellungen herangezogen werden, können nun im Marketing die entsprechenden Stellschrauben gedreht werden (z.B.Werbeschaltungen).

Wenn die Anzahl der Besucher gesteigert werden kann, erhöht sich folglich (in der idealen Welt) auch die Anzahl der Bestellungen. Falls nicht, und daher ist es so wichtig, die Kennzahlen regelmäßig zu prüfen), könnten u.U. die Werbeschaltungen angepasst werden (Zielgruppe falsch?) oder ggf. könnte auch der VK-Preis korrigiert werden, um so die Anzahl der Bestellungen zu erhöhen usw.

Wichtig ist, dass dies nicht erst am 31.10. überprüft wird – sondern laufend im Vorfeld.

Fazit

Natürlich kann dieses Beispiel nur einen Bruchteil der Faktoren widerspiegeln, die in einer echten Zielplanung beachtet werden müssen. Und doch ist es umso wichtiger, dass sich Druckbetriebe immer wieder mit ihren eigenen Zielen auseinandersetzen, um ihr Unternehmen (auch) in stürmischen Zeiten und in Hinblick auf die große Konkurrenz im Internet zukunftssicher und gewinnbringend zu gestalten.

Die SMT-Formel als schmale Version der klassischen SMART Betrachtung liefert dafür erste Impulse. Die Überlegungen der Geschäftsführung und auch die Abstimmung mit den Angestellten sorgen dann für die Umsetzbarkeit – und den Erfolg.

Passend dazu: Wie Sie mit Hilfe von Druckbögen Ihr Geschäftsfeld erweitern können. Jetzt lesen!