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Neben einem sauberen Druckbild und hochwertigem Papier sind die verwendeten Farben entscheidend für die Qualität von Druckerzeugnissen. Die fertigen Broschüren, Prospekte, Bücher oder Visitenkarten sollen genauso aussehen und gleiche Farben besitzen, wie die am Rechner erstellen Druckdokumente.

Damit ein farbtreuer Druck Ihres digitalen Dokuments möglich ist, gilt es, einiges zu beachten. Es existieren unterschiedliche Farbsysteme im Druck- und Grafikgewerbe. Sie sollten deshalb die Unterschiede zwischen Prozess- und Sonderfarben kennen und die Farbsysteme für die Erstellung Ihrer Druckvorlagen am Rechner richtig anwenden. Was Sie rund um das Thema Sonderfarben in Druckdokumenten wissen müssen, erfahren Sie im folgenden Text.

Was ist der Unterschied zwischen Prozessfarben und Sonderfarben?

Grundsätzlich wird im Grafik- und Druckgewerbe zwischen Prozessfarben und Sonderfarben unterschieden. In der Regel arbeiten handelsübliche Drucker für das Büro oder den Privatbedarf mit so genannten Prozessfarben. Diese entstehen, wenn beim Drucken die Farben aus Kombinationen mehrerer anderer Farben gemischt werden. Meist sind die Grundfarben zum Mischen Cyan, Magenta, Yellow und Schwarz (CMYK). Prozessfarben werden also während des Druckvorgangs durch Mischung erzeugt.

Mit Hilfe der verschiedenen Mischungsverhältnisse lassen sich viele unterschiedliche Farbtöne erstellen. Allerdings sind bei weitem nicht alle Farbtöne über das Mischen realisierbar. So entsteht Weiß aus der Farbe des Trägermaterials wie weißes Papier. Andere Farben, die sich nicht durch Mischen von Cyan, Magenta, Yellow und Schwarz produzieren lassen, sind beispielsweise Gold und Silber. Aufgrund der Mischung der Farben entstehen oft erhebliche Unterschiede zwischen dem digitalen Bild am Monitor und dem Druckerzeugnis. Um eine hohe Farbtreue sicherzustellen, sind Geräte mit einem guten Farbmanagement zu verwenden. Die verschiedenen Geräte müssen kalibriert und untereinander auf einen gemeinsamen Farbraum abgestimmt sein.

Aufgrund der beschriebenen Einschränkungen von Prozessfarben kommen im professionellen Druck oft so genannte Sonderfarben, auch Volltonfarben, Schmuckfarben oder Echtfarben genannt, zum Einsatz. Es handelt sich dabei um vorgemischte Farben, die zusätzlich oder anstatt der CMYK-Farben verwendet werden. Um eine hohe Farbtreue zu erzielen, existieren genau definierte Volltonfarbsysteme wie Pantone, RAL oder HKS. Sonderfarben werden in der Regel dort verwendet, wo eine exakte Wiedergabe des Farbtons erforderlich ist. Dies können beispielsweise Logos, CI/CD-Dokumente oder Produktbroschüren sein.

Welche Arten von Sonderfarben gibt es?

Für die Verwendung von Sonderfarben wurden verschiedene Farbsysteme definiert. Üblich sind im professionellen Druck Sonderfarben wie HKS, Pantone oder RAL. HKS ist im deutschen Markt sehr verbreitet und Pantone hat sich als weltweiter Standard etabliert.
Die Abkürzung HKS leitet sich aus den Begründern des Farbsystems Hostmann-Steinberg, Kast + Ehinger sowie H. Schmincke & Co ab. HKS besteht aus 88 Basisfarben, aus denen sich über 3000 drucksichere Farben produzieren lassen.

Pantone-Farben wurden vom amerikanischen Unternehmen Pantone LLC. eingeführt. Pantone-Farben basieren auf nur 18 Basisfarben, aus denen mit unterschiedlichen Mischungsverhältnissen eine Vielzahl von Sonderfarben realisierbar ist. Die Farben werden auf drei verschiedenen Papieren, glänzend beschichtet, unbeschichtet und matt beschichtet, präsentiert.

Was gilt es bei der Erstellung der digitalen Druckdokumente zu beachten?

Professionelle Grafiksoftware für den PC ermöglicht Ihnen, mit Prozessfarben und mit Sonderfarben zu arbeiten. Sie können die verwendeten Farbsysteme und Farben in der Regel einstellen. Optimale Ergebnisse mit höchster Farbtreue erzielen Sie bei gedruckten Dokumenten, wenn Sie Sonderfarben verwenden, mit der Ihre Druckerei arbeitet. Mit der Nutzung jeder zusätzlichen Sonderfarben steigen jedoch Aufwand und Kosten beim Drucken.

Sind Sonderfarben zu aufwendig oder zu teuer, greifen Sie auf Prozessfarben zurück. Über Referenztabellen lassen sich mit CMYK-Farben ebenfalls recht gute Ergebnisse erzielen. Druckereien stellen Ihnen diese Tabellen meist zur Verfügung. Verwenden Sie diese Tabellen bei der Erstellung des Druckdokuments am Rechner und verlassen Sie sich nicht nur auf die Farbdarstellung des Bildschirms.