Arbeiten mit Gefahrstoffen in der Druckerei

Reinigungsmittel, Farben, Klebstoffe – als Druckereimitarbeiter arbeiten Sie täglich mit vielen chemischen Gefahrstoffen. Nicht jeder beschäftigt sich damit, wie gefährlich diese Stoffe für die Gesundheit sein können und wie richtig damit umzugehen ist. Doch ein wenig Fachwissen ist nötig, damit Sie langfristig gesund an Ihrem Arbeitsplatz bleiben.

Wir nennen Ihnen ein paar Auszüge aus der Broschüre “Arbeiten mit Gefahrstoffen in der Druck und in der Papierverarbeitung”, die Ihnen sicherlich weiterhelfen werden. Zudem finden Sie danach einige Handlungsempfehlungen für Druckereien.

Dieser Artikel ersetzt aber nicht, sich eigenes, tiefergehendes Wissen anzueignen.

Inhalt der Broschüre

Die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) hat die oben genannte Broschüre neu aufgelegt, in der Sie umfassende Informationen über Gefahrstoffe, die europäische Chemikalienverordnung REACH, Einstufung und Kennzeichnungen von Stoffen und Gemischen, sowie eine Gefährdungsbeurteilung bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen, finden. Die 84-seitige Broschüre finden Sie hier.

Schutzhinweise für bestimmte Fälle

Im ersten Kapitel der Broschüre wird z.B. beschrieben, was eintreten kann, wenn ein Gefahrenstoff über die Haut aufgenommen wird. In Druckereien werden häufig organische Lösemittel eingesetzt, die im Falle eines direkten Kontaktes mit der Haut in den Organismus gelangen können. Dem kann durch das Tragen von speziellen Schutzhandschuhen entgegengewirkt werden.

Lagerung bestimmter Gefahrstoffe

In Kapitel 4 beschäftigt sich die Broschüre mit Explosions- und Brandschutzmaßnahmen. Hier wird z.B. auf das richtige Lagern von Stoffen eingegangen, die leicht entflammbar sind. Dabei wird auf die Technischen Regeln und Vorgaben eingegangen, die für Druckereien verpflichtet sind.
Die Broschüre richtet die Gefährdungsbeurteilung nach Branchen und gibt praxisorientierte Checklisten mit auf den Weg. Da hier vor allem Wert auf Gesundheits-, Brand- und Explosionsschutz gelegt wird, ist diese Broschüre für alle Druckereiarbeiter eine heilige Schrift und sollte von jedem gelesen werden.

Tipps und Handlungsempfehlungen

Technische Empfehlungen

  • Immer für eine ausreichende Belüftung beim Umgang mit Gefahrstoffen sorgen
  • Wenn möglich, Lösemittel, Farben und Klebstoffe automatisch dosieren
  • Aerosol- und Staubbildung vermeiden, dafür möglichst geschlossene Arbeitsverfahren wählen
  • Wenn möglich, alternative Stoffe wählen, die weniger gesundheitsschädlich sind
  • Zur Vermeidung von Brand- und Explosionsgefahr die Lösungsmittel, Farben und Klebstoffe richtig lagern
  • Gefahrstoffe niemals in zerbrechlichen oder Behältern für Lebensmittel lagern. Hier besteht Verwechslungsgefahr!

Organisatorische Empfehlungen

  • Hautschutzpläne für die verschiedenen Lösemittel,Farb- und Klebstoffe erarbeiten, auslegen und entsprechend der Pläne geeignete Reinigungsmittel für die Haut bereitstellen
  • Ein Explosionsschutzdokument erstellen, in dem Maßnahmen zum Schutz vor einer Explosion aufgeführt werden
  • Arbeitsplatzbezogene Leitlinien und Betriebsanweisungen erstellen, die einen sicherheitsgerechten Umgang mit den jeweiligen Mitteln und Geräten am Arbeitsplatz gewährleisten; diese muss jeder Mitarbeiter verpflichtend lesen und abzeichnen
  • Deutliche Kennzeichnung von Behältern mit Gefahrstoffen. Dies muss auf den ersten Blick erkennbar sein und darf nicht mit Lebensmitteln verwechselt werden
  • Schutzausrüstung für jeden Mitarbeiter zur Verfügung stellen, hierunter fallen Schutzhandschuhe, Schutzbrillen, Atemschutz oder Schutzkleidung.
  • Wenn nötig, mit kleinen Schildern oder Piktogrammen auf das Tragen von Schutzkleidung an bestimmten Arbeitsplätzen hinweisen

Mitarbeiterbezogene Empfehlungen

  • Mindestens einmal im Jahr (besser zweimal) für alle Mitarbeiter eine Gefahrenschutz Unterweisung durchführen und diese von allen abzeichnen lassen
  • Regelmäßig darauf achten, dass die Mitarbeiter die nötige Schutzkleidung bei bestimmten Tätigkeiten tragen; zudem auf den richtigen Umgang mit den Gefahrstoffen achten